Karl Otto MeyerKarl Otto Meyer (* 16. März 1928 in Sünderup, Kreis Flensburg-Land; † 7. Februar 2016 in Schafflund, Kreis Schleswig-Flensburg[1]) war ein deutsch-dänischer Lehrer, Journalist und Politiker (SSW) in Schleswig-Holstein. Leben und BerufKarl Otto Meyer wurde 1928 in Sünderup geboren. Sein Vater stammte aus Heidelberg[2] und fand 1911 eine Anstellung als Drucker bei der dänischen Tageszeitung Flensborg Avis. Meyers Mutter wurde 1904 in Oeversee (dänisch: Oversø) südlich von Flensburg geboren und engagierte sich später unter anderem im Schleswigschen Verein[3]. Meyer besuchte ab Ostern 1934 die örtliche dänische Schule in Tarup und ab 1938 Duborg-Skolen in Flensburg. In seiner Freizeit engagierte Meyer sich bei den dänischen Pfadfindern. Im August 1944 wechselte er auf das Gymnasium in Sønderborg (Sønderborg Statsskole), musste die dortige Ausbildung jedoch bereits im Oktober des gleichen Jahres abbrechen, da er in Flensburg zur Musterung erscheinen musste. Kurze Zeit später erhielt er die Einberufung zum Arbeitsdienst im Wehrmachtseinsatz im Generalgouvernement in Polen. Nach Abschluss des Arbeitsdienstes in Polen kehrte Meyer im Januar 1945 nach Flensburg zurück, wo er die Einberufung an die Westfront erhielt. Meyer desertierte jedoch, indem er sich am 16. Januar über die Grenze nach Dänemark begab und sich dort unter den drei verschiedenen Decknamen Knud Magnussen, Magnus Knudsen und Knud Hansen dem Widerstand gegen die deutsche Besatzung auf der Insel Fyn anschloss. Zwischen 1945 und 1949 absolvierte Meyer eine Lehrerausbildung am Skårup Statsseminarium bei Svendborg, die er 1949 abschloss. Während seiner Seminarzeit war Meyer noch Mitglied der Hjemmeværnet. Nach seiner Rückkehr nach Südschleswig wirkte er zunächst als Lehrer der Husum danske Skole in Husum. Ein Jahr später wurde er Schulleiter der dänischen Schule in Schafflund (bis 1963). Als sich Meyer öffentlich gegen die deutsche Wiederbewaffnung aussprach, wurde er 1952 mit einem Berufsverbot belegt, gegen das er erfolgreich vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg klagte. Von 1963 bis 1983 war Meyer Chefredakteur der dänischen Zeitungen Flensborg Avis und Südschleswigsche Heimatzeitung. Daneben war er von 1971 bis 1996 Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags. Anschließend arbeitete er als freier Journalist. Meyer war verheiratet und Vater von fünf Kindern; sein Sohn Flemming Meyer wurde SSW-Parteivorsitzender. ParteiSeit seiner Jugend war Meyer Mitglied der Partei der dänischen Minderheit SSW, deren Vorsitzender er von 1960 bis 1975 war. AbgeordneterVon 1959 bis 1974 und 1979 bis 2003 war Meyer Gemeinderatsmitglied in Schafflund. Von 1959 bis 1971 gehörte er auch dem Kreistag des damaligen Kreises Flensburg-Land an. Meyer war vom 26. Oktober 1971, als er für den verstorbenen Friesen Berthold Bahnsen nachrückte, bis 1996 einziger SSW-Landtagsabgeordneter in Schleswig-Holstein. Dort war er von 1988 bis 1996 Vorsitzender der „Begleitenden Verfassungskommission“. Er wurde vom Schleswig-Holsteinischen Landtag in die Bundesversammlungen 1989 und 1994 gewählt. Meyer setzte eine deutliche Erhöhung der staatlichen Zuschüsse für die Schulen der dänischen Minderheit durch. GrenzfrageFür Irritationen sorgte Karl Otto Meyer 2013 in einem Interview, das der SSW-Politiker dem Magazin des Dänischen Grenzvereins, „Grænsen“, gab. Darin gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass mittels einer noch zu schaffenden, dänisch gesinnten Mehrheit im deutschen Landesteil Schleswig eines Tages die Grenze wieder durch eine demokratische Volksabstimmung bis zur Eider verschoben werden könne. Die Eider war bereits bis 1864 Südgrenze des dänischen Herzogtums Schleswig. Zudem traten im 19. Jahrhundert die dänischen Nationalliberalen mit einem gegen den damaligen Gesamtstaat gerichteten eiderdänischen Programm (≈Integration Schleswigs in den dänischen Kernstaat unter Abtrennung Holsteins) auf.
Die Reaktionen auf deutscher Seite waren von Entsetzen geprägt, dass ein langjähriger Begleiter des deutsch-dänischen Annäherungsprozesses im hohen Alter mit Vorstellungen an die dänischsprachige Öffentlichkeit trat, die aus der Zeit des Grenzkampfes stammten.[5][6] Flemming Meyer, Karl Otto Meyers Sohn und Abgeordneter des SSW im Schleswig-Holsteinischen Landtag, erklärte daraufhin, die Äußerungen seines Vaters seien humorvoll gemeint gewesen und missinterpretiert worden. Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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